Die Tragödie der Familie

01/Mai/2009

Der heutige Staatsfeiertag war fast gänzlich meiner Familie gewidmet, insbesondere den Kindern. Und ohne hier ins private Detail gehen zu wollen, so werde ich beim Abschiednehmen von meinen Kindern immer wieder unendlich traurig. Und selbst wenn ich von meinen eigenen Unzulänglichkeiten abstrahiere, bleibt die tiefe Trauer über die scheinbare Unmöglichkeit, ein vollkommen glückliches Familienleben zu führen.

Ich halte die Familie für die Keimzelle der Gesellschaft und den Umgang mit den eigenen Kindern für den Gradmesser der Menschlichkeit. Berufliche oder politische Probleme können noch so drängend sein, sie erreichen niemals die Intensität der familiären. Und wenn ich auf meine fast vierzigjährige Erfahrung als Beobachter hinter manchen Fassaden zurückblicke, so komme ich zu dem Schluss, dass es bisher noch keinem einzigen Menschen gelungen zu sein scheint, im Einklang mit seiner gesamten Familie zu leben. Wo auch immer man hinter die Kulissen blickt, tun sich Abgründe von Lieblosigkeit auf. Woran liegt das?

Wenn ich Callemans Analyse des Mayakalenders hernehme, dann entwickelte sich die „familiäre Unterwelt“ als dritte von neun, vor 40 Millionen Jahren. Davor entwickelte sich zunächst die zelluläre (vor 16 Mrd Jahren – „Urknall“) und die Säugetier-Unterwelt (vor 850 Mio Jahren), danach die Sippen-Unterwelt (vor 2 Mio Jahren), dann die regionale (vor 100.000 Jahren), die nationale (3100 vor Christus), die planetarische (1755), die galaktische (1999) und die universale Unterwelt (2011).  An ihrem Anfang vor 40 Millionen Jahren stand die Entwicklung der ersten Primaten, an ihrem Ende vor zwei Millionen Jahren die ersten Menschen.

Und wenn ich die Entwicklung dieser neun Unterwelten im Rahmen der von Calleman so genannten „planetarischen Lichtrunde“ betrachte, dann wird die Tragödie der familiären Unterwelt, in der sich die Familie – vom Primaten bis hin zum Menschen – entwickelte, offensichtlich. Denn genau so wie die planetarische Unterwelt fast 40 Millionen Jahre später entwickelt sie sich weder im Yin noch im Yang, sondern im kosmischen Schatten. Die familiäre Unterwelt ist genau so wie die planetarische (in der sich das Bewusstsein als gesamter Planet Erde entwickelte) das Gegenteil von erleuchtet, nämlich verblendet.

Dieselben Phänomene der Ausbeutung, die wir im Zuge der Industrialisierung und Globalisierung erkennen können, treffen dieser Analyse nach auch auf die Entwicklung der Familie zu. Erst die Sippen-Unterwelt nach der Menschwerdung erleuchtet das Yin, und die regionale Unterwelt das gesamte Bewusstsein. Die familiäre Unterwelt dagegen entwickelt sich gänzlich im Schatten.

Was folgt daraus? So wie die planetarische Verblendung über das galaktische Yin (seit 1999) zur universalen Erleuchtung (ab 2011) führt, so führte auch die familiäre Verblendung über das Sippen-Yin zur regionalen Erleuchtung. Die Familie geht über die Sippe in der Region auf. Erst diese regionale Unterwelt war das, was die monotheistischen Religionen als den Garten Eden bezeichneten, der dann vor gut 5.000 Jahren in den „Sündenfall“ der nationalen (männlichen) Yang-Unterwelt mündete.

Die stärkste – weil beidseitig erleuchtete – Einheit ist die Region. Lassen wir daher die Familie Familie sein und bringen wir unsere Kinder über die Yin-Führung der Frauen in der Sippe in die Verwurzelung in ihrer Region. In knapp zwei Jahren beginnen wir dann endlich, uns im gesamten Universum heimisch zu fühlen. Bis dahin heisst es leiden.

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Eine Antwort to “Die Tragödie der Familie”

  1. rotegraefin Says:

    Wer Leiden freiwillig oder mit vollem Bewusstsein auf sich nimmt arbeitet an der Erlösung aller.
    Erst, wenn ich weiß, dass ich erlöst bin von Schuld, kann ich Leiden das annehmen, was wie Regen und Sonnenschein kommt worauf ich nur indirekten Einfluss habe.
    Obwohl ich von einer Indio Frau gelesen habe, die Regen in Afrika erbeten hat.
    Es lohnt sich also diese geistigen Kräfte zu entdecken und zu wecken.


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