Ist Werner Faymann ein Nazi?

26/Mrz/2009

Während Herr Heinz-Christian Strache sich weigert, zu wissen, was das „88“ auf den Unterhemden bedeutet, die die Mitarbeiter Martin Grafs im „Aufruhr-Versand“ bestellt haben, kündigt nun Bundeskanzler Werner Faymann die Endlösung der Lehrerfrage präzise für den 20. April an. Ja, weiss er denn nicht, was dieses Datum bedeutet – noch dazu 2009?

Der in Neonazikreisen beliebte Code „88“ steht übrigens nicht, wie fälschlich angenommen für „Heil Hitler“, sondern für „Heinrich Himmler“. Das ist – by the way – auch der Mythos der SS: Simon und Saulus. Und es ist kein Zufall, dass der Phührer und Reichskanzler Adolf Hitler seinen Scheitel rechts getragen hat.

Mein Lieblingsnazi ist übrigens Albert Speer. Den liebe ich.

17 Antworten to “Ist Werner Faymann ein Nazi?”

  1. Harald Lang Says:

    Zu Albert Speer:
    Liebe macht eben blind. Is ja nix Neues.

    Wenigstens hat Speer im März 1945 Hitlers Nero-Befehl sabotiert. Daraus kann man m. E.
    schließen, dass Speer, im Gegensatz zu den anderen Nazis, nicht unter einem gänzlichen Realitätsverlust gelitten hat.

  2. Peter Wurm Says:

    „Wenn Adolf Hitler einen Freund gehabt hätte, dann wäre ich es gewesen.“ (A.S.) Männerliebe par excellence.

  3. Peter Wurm Says:

    Ausserdem, lieber Herr Lang,

    kein Nazi hat unter Realitätsverlust gelitten, was ist denn das überhaupt, was soll das sein, die Realität? „Reality is a function of agreement“ hat einer meiner Lehrer einmal gemeint. Das Agreement des Nationalsozialismus war (un)bewusst einzig die Vernichtung. Und so ist auch der Nero-Befehl zu verstehen, als finale Selbstvernichtung.

    Was wäre denn der so genannte „Endsieg“ gewesen? Endsieg worüber? Endsieg wogegen? Endsieg womit?

    Die Nazis haben den Endsieg erreicht. Er hat eben ganz genau so ausgesehen, wie er aussehen sollte, die maximal mögliche Vernichtung inclusive Selbstvernichtung. Das war die Realität, denke ich aus heutiger Sicht. Selbstverständlich waren die Nazis verblendet, aber das sind meine Freunde der monotheistischen Religionen auch. Jede Orthodoxie ist verblendet, denke ich, weil sie keinen Platz für das „du“ lässt.

    Daraus lässt sich auch der Umgang mit den neuen Rechten ableiten: Haiders Ziel war – final betrachtet – die Zerstörung (inclusive Selbstzerstörung), Straches Ziel ist die Maximierung von Angst und Wut. Strache ist ein Dolm.

    Schreiben Sie mir doch als Antwort was aus den vedischen Schriften, das würde mich freuen!

    Liebe Grüße

    Peter Wurm

  4. Harald Lang Says:

    Zum Ausspruch von A.S.:
    Hitler hatte Freunde, behauptet zumindest der Historiker Lothar Machtan.
    Mehr dazu unter:
    http://www.amazon.de/Hitlers-Geheimnis-Lothar-Machtan/dp/3828601456

  5. rotegraefin Says:

    Oh sind diese Herren nicht längst tot?
    „Lasst doch die Toten die Toten begraben!“
    Das steht irgendwo im Evangelium. Von den vedischen Schriften habe ich leider keine Ahnung.
    „Aber warum in die Ferne schweifen wenn das Glück liegt ach so nah?“
    Nur soviel, wenn irgendeine Weisheitsschrift dazu benutzt wird, sie anderen um die Ohren zu hauen, verkommt sie leider zu einer Ideologie.

    Das haben wir zur Zeit durch zu stehen. Da lobe ich mir doch schlicht und ergreifend die Liebe zu sich selbst und zum Nächsten. Dafür bedarf es keiner Ideologie.

  6. Harald Lang Says:

    Lieber Herr Wurm,
    mit den vedischen Schriften kann ich leider nicht dienen, aber ich habe in der
    „Bhagavadgita“ etwas gefunden.

    Im 3. Gesang, Vers 41 spricht Krischna zu
    Ardschuna:

    Drum zähme du von vornherein,
    O Ardschuna, der Sinne Macht,
    Vertreibe du den bösen Trieb,
    Der Menschenweisheit hüllt in Nacht.

    Quelle:
    Reclam UB Nr.7874

    Liebe Grüße,
    Harald Lang

  7. Peter Wurm Says:

    jetzt wird`s Zeit, mir die „Bhagavadgita“ zuzulegen. Und als Dank empfehle ich Ihnen, wie gesagt, „der Mayakalender und die Transformation des Bewusstseins“ von Carl Johan Calleman (den dazugehörigen Link zu amazon gibt`s ja schon am 17.Februar im Blog). Da fliesst dann alles (Religion, Wissenschaft, Politik, Geschichte, Philosophie, …) endlich zusammen.

  8. Harald Lang Says:

    Liebe rote Gräfin,
    würden Sie, passend zum Thema, Zitate aus Goethes „Faust“ lieber sehen? (Zu: Warum in die Ferne schweifen …..)

    Befürworten Sie tatsächlich Egoismus und Narzissmus?
    (Zu: Da lobe ich mir doch …..)

    Liebe Grüße,
    Harald Lang

  9. Harald Lang Says:

    Lieber Herr Wurm,
    herzlichen Dank für Ihren Buchtipp.
    Ich werde das Buch auf die Wunschliste der
    Steierm. Landesbibliotek setzen.
    Liebe Grüße,
    Harald Lang

  10. rotegraefin Says:

    Lieber Herr Lang,
    schade ich finde Ihren Blog nicht sonst könnte ich mich da wenigstens überzeugen wie sehr Sie ein Altruist sind. Ich halte mich mich ansonsten an den guten alten Sigmund Freud, der gesagt haben soll: „Der größte Egoist ist der, der es gar nicht weiß.“
    Mir ist ein ehrlicher Egoist lieber als all die Leute die ihre Meinung vertreten natürlich nicht für sich selber. Die Lügen sind ungeheuerlich, die wir uns gegenseitig auftischen.

  11. Harald Lang Says:

    Liebe rote Gräfin,

    wenn ein Mensch seinen eigenen Egoismus nicht bemerkt, versagt ja wohl das
    „Über-Ich“(Frei nach Sigmund Freud).

    Mit einem eigenen Blog kann ich Ihnen leider nicht dienen.
    Ich schreibe aber bei „denkforum.at“ unter „Harald“ mit und habe dort ein Thema mit dem Titel „Das Böse in unserer Welt“ eröffnet.
    Das ist der Link dazu:
    http://www.denkforum.at/forum/showthread.php?t=7648
    Vielleicht hilft Ihnen das in der Beurteilung meiner Persönlichkeit weiter.

    Liebe Grüße,
    Harald Lang

  12. rizArte Says:

    meine lieben diskussionsteilnehmer!

    da carlos santana (natürlich mit john mc laughlin) mittels musik (mit buddy miles, zu erhalten via rizarte@yahoo.de: love, devotion, surrender) und noch vorher hermann hesse mit siddharta (engl. & deutsch via google) uns noch die existenz einer östlichen (was immer das bedeuten mag) weltanschauung einigermaßen zugänglich gemacht haben, frage ich mich, wie man auf die vermutung kommen kann, dass feymann ein nazi wäre?
    meine kenntnisse der österreichischen innenpolitik halten sich in grenzen (vielmehr interessiert mich da capras tao der physik), meine interpretation von feymanns innerer direktive ist vielmehr der wunsch, dem – aus meiner relativistischen sicht – leider stattfindenden rächtsruck (scht-rache) die alten werte unserer sozialpartnerschaft (marxens bildungsverein) entgegenzuhalten.
    diesbezügliche grafische ästhetische inhalte können als freeware (no virus – no spy!) von mjl.at (siehe dieses links unten!) downgeloaded werden.

  13. rotegraefin Says:

    Hallo Herr Lang,
    danke für den Link. Er hilft mir nicht wirklich. Ist letztlich auch egal. Ich gehe davon aus, dass Sie es ehrlich meinen. So können wir uns auch hier darüber auseinander setzen. Wenn ein Mensch seinen Egoismus nicht bemerkt, dann besteht eine ganz dicke Mauer zwischen Es und Ich, weil das Überich zu mächtig ist und zu viele Verbote ausgesprochen hat. Das Es wurde verdrängt, weil die vitalen Impulse, die von da her kommen nicht in unsere rationale Welt passen.
    Ein Mensch, bei dem diese Impulse, vom Überich-Ich-Es im wechselnden und fließendem Ausgleich sind, kann als gesund bezeichnet werden. Es gibt innerhalb unserer Gesellschaft massive Widerstände dagegen überhaupt ein Ungleichgewicht wahrzunehmen.

    Damit haben wir es mit dem typischen entfremdeten Menschen zu tun, der brav im Getriebe der Welt funktioniert.

    Jede Revolution ist bis jetzt auch aus dem Grunde gescheitert, weil bislang noch unfähig waren wirklich wahrzunehmen, dass das Wesentliche ist, dass der Mensch glücklich und zufrieden ist und zwar alle Menschen. Dies ist nur möglich, wenn ich seinen Egoismus anspreche, das heißt seine Liebe zu sich selbst. Ein Mensch, der sich wirklich selbst liebt, lässt andere nicht im Stich. Im Christentum haben wir es leider dazu gebracht, den Übernächsten stärker ins Spiel zu bringen und den nächsten und sich selbst zu übersehen.

  14. Harald Lang Says:

    Liebe rote Gräfin,

    natürlich meine ich es ehrlich. Warum sollte ich sonst hier mitschreiben? Ich bin nämlich grundsäztlich an der Lebensphilosophie anderer Menschen interessiert.

    Soweit ich mich bei Freud auskenne, hat das „Über-Ich“ eine das „Es“ beobachtende und kontrollierende Funktion. Erst dadurch werden wir uns unseres „Selbsts“ bewusst. Das ist ein wesentlicher Unterschied zu den Tieren. Der von Ihnen erwähnte Vorgang der Verdrängung entsteht, meinem minimalen Wissen nach, wenn „traumatische“ Ereignisse in’s Unterbewusstsein „abgeschoben“ werden. Diese Verdrängung unangenehmer Erlebnisse ist die Ursache von Neurosen und Psychosen.

    Liebe Grüße,
    Harald Lang

  15. rotegraefin Says:

    Hallo Herr Lang
    Freud hat auch den Wiederholungszwang entdeckt und sein Schüler Wilhelm Reich ganz wichtige Arbeiten über den Widerstand geschrieben.
    Den gibt es nicht nur individuell sondern auch gesamtgesellschaftlich.
    Wenn jetzt 80% unserer Gesellschaft Schnupfen haben so ist Schnupfen zwar normal geworden aber noch lange nicht gesund.
    Ich lebe in einer neurotischen Gesellschaft. Wir haben Angst vor Schmerzen und Verlust und damit vor dem Tod. Wer aber Angst vor dem Tod hat, hat gleichzeitig Angst vor dem Leben. Als ich aus der Volksschule entlassen wurde, wurde uns erzählt, jetzt würden wir ins Leben treten. Ich hab damals überlegt, ob das vorher wohl noch kein Leben war?
    Als ich dann mit Ende 20 einem Berufsberater erzählte was ich in der Zeit zwischen 13 und 20 Jahren gemacht habe, fragte er mich, wann ich denn gelebt hätte. Ich war erstaunt, dass war doch mein Leben gewesen.

    An diesen beiden Beispielen will ich aufzeigen in welch einer subtilen Weise wir uns gegenseitig und das Leben verbal abwerten. Für sensible und ethisch hochstehende Menschen schon ein solch kleiner Widerspruch unerträglich und zum verrückt werden weil keiner der umstehenden 80% versteht was los ist.
    Die Verdrängung und Tabuisierung zu Freuds Zeiten z.B. von Inzest in den Familien ist ja Kindern so übel ausgelegt worden, dass sie ihre eigene kindliche Liebe zu den Eltern als Triebwunsch ausgelegt wurde. So konnte ein frühkindliches Trauma so gut wie kaum erkannt, geschweige denn liebevoll geheilt werden. Wie gesagt wenn 80% Schnupfen haben scheint es normal zu sein. Diese Normalität ist aber krank.

  16. Harald Lang Says:

    Liebe rote Gräfin,

    den „Wiederholungszwang“ kenne ich bei Freud in erster Linie durch seine Arbeiten auf dem Gebiet der Religionspsychologie.

    Lt. Freud ist der Mensch nun einmal ein Triebwesen. Wie sich aber aus frühkindlichen Triebbedürfnissen Traumen entwickeln sollen, ist mir, der ich allerdings ein totaler Laie bin, ein absolutes Rätsel. Beim Verhältnis zwischen Kindern und Eltern ist mir aber die Theorie der Identifizierung bekannt.

    Sie haben m. E. in Ihrem vorletzten Beitrag das Christentum „zart“ kritisiert.
    Dazu möchte ich Folgendes bemerken:
    Jede Religion ist so gut oder so schlecht wie ihre Repräsentanten, mit denen man konfrontiert ist.
    Gotthold Ephraim Lessing hat dies in seiner
    „Ringparabel“ auf wunderschöne Art und Weise
    veranschaulicht.

    Liebe Grüße,
    Harald Lang

  17. Harald Lang Says:

    Hi rizArte,

    Hermann Hesses „Siddhartha“ ist sicher eine gute Einführung in die indische Geisteswelt.

    Bye, bye,
    Harald Lang


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