Der Amoklauf

12/Mrz/2009

Ein Wort zum Amoklauf in Baden-Württemberg: Wer stirbt, will sterben. Punkt.

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30 Antworten to “Der Amoklauf”

  1. rotegraefin Says:

    Aha!
    Mit diesem Punkt werde ich mich mein ganzes Leben lang nicht abfinden. Ich hasse den Tod und vor allen Dingen, wenn er so gewaltsam daher kommt.
    Ich bin für das Leben und für den Weltfrieden und suche Menschen, die mit mir am gleichen Ziel arbeiten.

  2. Peter Wurm Says:

    Wer glücklich lebt, will glücklich leben. Auch Punkt.

  3. rotegraefin Says:

    Aha!
    Merkwürdig, ich habe jahrelang nicht gewusst wie man das macht glücklich zu leben. Ich sah es dass es Menschen gibt die glücklich sind.
    Gleichzeitig kenne ich viel zu viele „glückliche“ Menschen, die liebend gerne denen noch einen Tritt verpassen, die sowieso schon unten sind so nach dem Motto: „Weißt Du was gemein ist?“ „Nein“ „Wenn Du deine Oma die Treppe runterschubst und sagst,’Was läufst Du den so schnell? Ich komm ja gar nicht mit.'“
    Sehr positiv und um die Ecke gedacht, meine ich schon zu verstehen, was Sie meinen. Nur ist mir der Kram ein wenig zu esoterisch und übrig bleiben die Angehörigen und die brauchen jetzt ein Ventil und eine Anlaufstelle für ihr Entsetzen und ihren Schmerz. So ist ihre These für Otto Normalverbraucher etwas zu hoch angesetzt und fördert in meinen Augen nur die Dummheit der Menschen anstatt ihnen den Weg zu einem glücklichen Leben zu zeigen. Ein Fehler den offensichtlich viele einsichtige sensible und kluge Menschen machen. Ein schmerzfreies Leben scheint mir eine Illusion zu sein. PUNKT

  4. Peter Wurm Says:

    Wer die Treppe runtergeschubst wird, will die Treppe runtergeschubst werden. Wer gekreuzigt wird, will gekreuzigt werden. Wer vergast wird, will vergast werden. Wer Opfer ist, will Opfer sein. Wer Täter ist, will Täter sein. Ich will glücklich leben. BEISTRICH.

  5. Harald Lang Says:

    Dieser Theorie entsprechend, vollzieht sich im Schicksal eines Menschen immer nur sein Wille.

    • Peter Wurm Says:

      Ja. Im Schicksal eines Menschen vollzieht sich immer nur sein Wille. Und seit Freud und Jung wissen wir, dass dies bei den meisten Menschen und Völkern jeweils unbewusst geschieht.

  6. rotegraefin Says:

    Woher nimmst Du die wunderbare Erkenntnis?
    Warum arbeitest Du dann politisch?
    Das ist für mich esoterischer Zynismus hoch 3. Einfach bloß widerlich und ekelerregend. *Kotz* Ich will auch glücklich leben und Du brauchst wohl ein paar Tritte auf Deine narzisstischen Hühneraugen. Das mache ich doch liebend gerne. 8)

  7. rotegraefin Says:

    Ich kann auch mein Schicksal selber in die Hand nehmen und als Chance nutzen.
    Alles andere ist Menschen verachtend.
    Ich bin für den Weltfrieden und setze mich für Wahrheit und Gerechtigkeit ein.

  8. rotegraefin Says:

    Deswegen ist das Gebot der Stunde erst sich einmal mit dem eigenen Unbewussten zu befassen um die eigene Tendenz und die Liebe zum Tod zu erkennen, damit das Leben siegen kann.
    „Heute ist der erste Tag vom Rest Deines Lebens.“
    Es hängt nicht vom freien Willen des einzelnen ab. Es hängt davon ab, wie ich mit meinen Gefühlen umgehe, ob ich sie selber erkenne und leben kann oder ob ich ferngelenkt und fremdbestimmt lebe. Es hängt davon ab, wie sehr ich meinen Überlebenswillen an Wahrheit und Gerechtigkeit kopple oder ob mir jede Ausrede willkommen ist, Hauptsache ich habe jetzt und hier mein lecker Essen sprich Lustgewinn.

  9. Harald Lang Says:

    Ich kann mir beim besten Willen einfach nicht vorstellen, dass ALLE Opfer des jüngsten Amoklaufs in Deutschland tatsächlich sterben WOLLTEN.
    Und die vielen Opfer des zweiten Weltkrieges bzw. der Nazi-Diktatur?
    WOLLTEN alle diese Menschen wirklich sterben?
    Trotzdem wurde es ihr Schicksal.

  10. rotegraefin Says:

    Harald Lang
    sieh auch hier:
    https://peterwurm.wordpress.com/2009/03/14/idiotisches-fur-armin-thurnher/
    Es gibt eine Liebe zum Tod und es gibt eine Liebe zum Leben.
    Wer sich zu lange für seine Bequemlichkeit entscheidet, weiß nicht dass er sich treiben lässt und damit dem Tod Tor und Tür öffnet. Wer sich für das Leben und seine Gerechtigkeit entscheidet lebt ein unbequemes aber abenteuerliches Leben.

  11. Harald Lang Says:

    Es genügt schon die Liebe zur Wahrheit, um ein unbequemes Leben zu haben.
    Apropos Liebe zum Leben: Ist das Leben nicht zu facettenreich, um es in seiner Gesamtheit zu lieben?
    Danke für den Link, aber ich habe den damit verknüpften Beitrag gelesen und ihn für puren Zynismus gehalten.

  12. rotegraefin Says:

    Ich habe mühsam gelernt, dass ich in einer Welt der Lüge lebe. Wenn ich aber die Lüge, die mir jemand anbietet und die ich wie hier im Internet nicht überprüfen kann, ernst nehme und so beantworte als wäre sie wahr, stellt sich über kurz oder lang heraus, was wirklich war. Ich kann mich aber in jedem Fall davon freisprechen lieblos gehandelt zu haben. Wenn wir alle daran glauben, dass uns jemand betrügt, wem wird dann noch geglaubt?

  13. Harald Lang Says:

    Hallo rote Gräfin,

    ich möchte dir für deine ehrlichen Antworten danken. Ich muss sagen, ich finde deine Argumentation echt gut.

  14. Peter Wurm Says:

    der individuelle und kosmische wille sind eins. solange es dabei zu konflikten, katastrophen und krieg kommt, sind wir unbewusst. liebe grüsse aus dem akh.

  15. Harald Lang Says:

    Lieber Herr Wurm,

    der individuelle Wille entspringt wohl uns Menschen. Ich glaube, da können Sie mir ohne größere Bedenken zustimmen. Analog dazu müsste auch der „kosmische Wille“ einem menschenähnlichen Wesen entspringen, zumindest einer, ich möchte einmal sagen: „höheren Intelligenz“. Das würde wiederum bedeuten, dass wir ohne es bewusst wahrzunehmen, sozusagen von außen gesteuert werden und gleichzeitig, dass jede Individalität des menschlichen Willens aufgehoben ist. Das heißt, kein Mensch kann über sein Schicksal bestimmen, auch nicht in einem winzig kleinen Ausmaß.
    Gehe ich fehl in der Annahme, dass Sie ein Anhänger des Fatalismus sind bzw. der orientalischen Kismet-Philosophie?

    Liebe Grüße in’s AKH und baldige Besserung,
    Harald Lang

  16. Harald Lang Says:

    Sg. Herr Wurm,

    Sigmund Freud und Carl Gustav Jung habe ich in erster Linie durch ihre Arbeiten zur Religionspsychologie „kennengelernt“. Nach meinem spärlichen Wissen haben Freud und Jung niemals eine Theorie des „kosmischen Willens“ vertreten, aber Sie wissen ja: Errare humanum est.
    Das christliche Dogma betont den „freien Willen“ des Menschen und der Buddha sprach von der „Selbsterlösung“ des Menschen. Der Buddha lehnte sogar jede kosmologische Spekulation ausdrücklich ab. Das entspricht jedenfalls meinem Wissensstand.
    Das würde aber bedeuten, dass die Idee vom „kosmischen Willen“ auf die Mayas zurückgeht. Ich persönlich glaube an kosmische Energien, d. h. daran brauche ich eigentlich nicht zu glauben, denn das ist ja „objektives Wissen“, wie Sir Karl R. Popper wahrscheinlich sagen würde.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Harald Lang

  17. rotegraefin Says:

    Lieber Herr Wurm und lieber Herr Lang
    um psychisch wieder gesund zu werden, müssen wir erst einmal verstehen, dass wir in einer psychisch kranken Welt leben. Was macht mich psychisch krank? Wenn ich ein Ideal habe und merke ich kann diesem Ideal nicht entsprechen.
    Das Spannungsverhältnis zwischen Ideal und Realität ist zu groß geworden und in dieser Beziehung ist es sinnvoll das Ideal los zu lassen und sich den notwendigen Schritten im Augenblick zu widmen. Die Versöhnung zwischen Ist-und Sollzustand ist herzustellen. Die Beziehung zwischen beiden ist erst einmal wieder auszugleichen. Dann kann es in ruhigen Bahnen weitergehen.

    In einer Beziehung leben wir immer in den Gegensätzen von
    Augenblick und Dauer
    Verschiedenheit und Gleichheit
    Befriedigung und Versagung
    Stimulierung und Stabilisierung
    Nähe und Distanz
    Diese Spannung auszuhalten und immer wieder miteinander zu versöhnen, macht das Leben und die Liebe so spannend.
    Herr Wurm seien Sie gut zu sich und lassen Sie sich alles Gute gefallen.

  18. Peter Wurm Says:

    lieber herr lang und sehr geehrte rote graefin,
    eines meiner lieblingszitate von arthur schopenhauer lautet: „quidquid fit, necessario fit. was immer geschieht, geschieht notwendig. nichts ist ohne grund.“

    in diesem sinne liebe grüße

  19. Harald Lang Says:

    Liebe rote Gräfin,
    ihre „Ferndiagnose“ erinnert mich ein bisschen an Sigmund Freud. Die Spannung,
    die im libidinösen Bereich entsteht, wenn Wunsch und Wirklichkeit zu sehr voneinander abweichen. Hab ich Recht?

  20. rotegraefin Says:

    Herr Lang!
    Das mag sein dass der gute alte Freud das auch entdeckt hat.
    Ich kenn es eher aus der monastischen Literatur. Da bat ein Alter einen jüngeren einen Bogen zu spannen und noch stärker zu spannen und noch stärker zu spannen. Da protestierte der Jüngere, der Bogen würde dann brechen oder die Schnur reißen. „So ist es auch mit unserer Seele.“ lautete die Antwort des Alten.
    http://rotegraefin.wordpress.com/2008/08/10/geistige-welt-materielle-welt/
    Was ich hier gelesen habe halte ich Sie Herr Wurm für einen sehr wertvollen und idealistischen Menschen, der wirklich nur das Beste will. Aber wie das, dann so mit unserer Seele, die ich ein zähes Luder nenne, ist die streikt dann. Gehen wir liebevoll mit unserer Seele um.
    Heute ist der erste Tag vom Rest meines Leben.

  21. Harald Lang Says:

    Lieber Herr Wurm,
    ich glaube, dass man innerhalb eines von der „Natur“ vorgegebenen Rahmens sein Leben schon „frei“ gestalten kann.
    Wurde Arthur Schopenhauer nicht auch der „Buddhist von Frankfurt“ genannt?

    Liebe rote Gräfin,
    da sieht man wieder einmal, dass man die Lebensweisheiten, die hinter Klostermauern entstanden sind, nicht unterschätzen sollte!

  22. theolounge Says:

    wer stirbt ohne zu müssen, will nicht sterben. er sieht lediglich momentan keine alternative.

  23. Peter Wurm Says:

    Wer stirbt, ohne zu müssen?

  24. rotegraefin Says:

    @theolounge,
    da kann ich nur mal wieder sagen: „hütet Euch vor dem Sauerteig der Pharisäer“
    Ich glaube Sie müssen wirklich noch ein paar fixe Ideen in sich anschauen und sterben lassen, ehe aus Ihnen ein anständiger Mensch wird, der Worte des Lebens spricht. Immerhin vertreten Sie die Lehre eines Gottes, der wegen seinen Idealen ans Kreuz geschlagen wurde.
    Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie sehr ich so ein gefühlloses, esoterisches und beziehungsloses Gequatsche hasse.
    „Der Bau von Luftschlössern kostet nichts nur teuer ist ihre Zerstörung.“
    Als Leiter eines christlichen Blogs erwarte ich von Ihnen, dass sie dann die Alternative aufzeigen, die einem Christen wohl anstehen würde, nämlich einem leidenden Menschen zu sagen, dass er hier mit Christus am Kreuz hängt und damit mit Gott eins ist, auch wenn er sich von aller Welt verlassen sieht.
    Wir kranken übrigens in unserer Gesellschaft, die verrückt ist genau an diesem Mangel, dass kein Christ diese einfachste Selbstverständlichkeit nicht mehr über die Lippen oder die Tastatur bringt.
    Tod und Sterben hat immer was mit Gefühlen zu tun, die wollen gelebt werden und nicht unterdrückt. Solange wir diese unterdrücken produzieren wir weitere Terroranschläge und Amokläufe.

  25. Harald Lang Says:

    Gerade, wenn bestimmte fanatische Moslems ihre Gefühle unterdrückt hätten, hätte es weniger Terroranschläge gegeben. Das gebe ich zu bedenken.

  26. rotegraefin Says:

    „Hätte, hätte macht ins Bette, wär er aufgewacht hätt er es nicht gemacht.“ Spruch meiner Ma.
    Ich bin vor 30 Jahren in Israel gewesen und dort fuhren wir auch an einem palästinischem Lager vorbei. Dort wohnten die Leute, die zu Gunsten von Israel dort umquartiert wurden. So etwas ist eine Brutstätte der Gewalt und des Hasses, weil es eine menschenunwürdige Unterdrückung beinhaltet.
    Wir haben heute politisch wie privat mit zwei Feinden zu tun. Einmal der durch falscher Pädagogik unserer unterdrückten Gefühle und andererseits mit der Öffentlichkeit, die diese gerade eben nach Lust und Laune hochputscht oder eben unterdrückt. Es geht um das Wahrnehmen und richtige kanalisieren von Gefühlen. Was ich hier schreibe tötet niemanden und ich unterdrücke auch nicht meine Gefühle sondern ich lebe sie da aus, wo sie angebracht sind. Ich schone und fördere das Schwache und beschneide den emotionalen Wildwuchs wo ich ihn antreffe. Mehr kann ich nicht tun, aber das tue ich richtig gerne.

  27. Harald Lang Says:

    Liebe rote Gräfin,
    der „gute, alte“ Sigmund Freud hätte mit Ihrem letzten
    Beitrag wahrscheinlich a Freud g’habt.


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