„Ich habe es verpatzt.“

04/Feb/2009

Wir alle bauen immer wieder Mist. Das heisst, Ereignisse entwickeln sich anders, als wir sie beabsichtigt haben. Gemeinhin werden diese Entwicklungen „Fehler“ genannt. Wir alle begehen Fehler, seien wir Individuen oder Gruppen. Gerade eben sind drei bedeutende politische Fehler passiert, einer in Washington D.C., einer in Rom und einer in Wien. Barack Obama, Josef Ratzinger und Eva Glawischnig haben an der Spitze ihrer Institutionen Fehler begangen, alle drei interessanterweise in Personalfragen. Alle drei wollten neue personelle Weichen stellen und sind damit in gewaltigen Konflikt mit ihrer Öffentlichkeit geraten. Barack Obama durch seine vorgeschlagenen Kabinettsmitglieder, Josef Ratzinger durch seine rehabilitierten Piusbrüder und Eva Glawischnig durch ihre nominierten Europaabgeordneten. Die Dinge haben sich anders entwickelt, als sie Barack Obama, Josef Ratzinger und Eva Glawischnig beabsichtigt hatten.

Jetzt finde ich es unheimlich interessant und spannend zu beobachten, wie diese drei Menschen damit umgehen, einen Fehler gemacht zu haben. Wie reagieren Barack Obama, Josef Ratzinger und Eva Glawischnig auf ihren Fehler? Barack Obmama begeistert mich, Josef Ratzinger lässt mich kalt und Eva Glawischnig macht mich traurig.

Wir alle können uns an Barack Obama auch hier wieder ein unglaubliches Beispiel nehmen. Er ist präsent, er weiss, was er will, er kennt sein Ziel, er denkt großzügig, er erkennt die Lage, er handelt umgehend und er kommuniziert offen. Sein gesamtes Wesen ist – wie schon den ganzen Wahlkampf hindurch – geprägt von Vertrauen und Respekt. Er benützt keine Feindbilder, an denen er Schuld abzuladen versucht. Er steht zu seiner Verantwortung.

Ganz anders Eva Glawischnig. Ist sie präsent? Weiß sie, was sie will? Kennt sie ihr Ziel? Denkt sie großzügig? Erkennt sie die Lage? Handelt sie umgehend? Kommuniziert sie offen? Ihr gesamtes Wesen scheint geprägt von angsterfülltem Misstrauen und daraus resultierender Respektlosigkeit. Sie benützt Feindbilder, an denen sie Schuld abzuladen versucht. Sie steht nicht zu ihrer Verantwortung.

Liebe Eva Glawischnig! Es ist nie zu spät. Nehmen Sie sich an Barack Obama ein Beispiel. Stellen Sie sich hin und sagen sie es offen: „Ich habe es verpatzt.“

%d Bloggern gefällt das: