Freiheit für Montasser al Saidi

16/Dez/2008

„Das ist dein Abschiedskuss, du Hund!“ Passender geht’s ja kaum…

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Eine Antwort to “Freiheit für Montasser al Saidi”

  1. Anja und Hassan Haddad Says:

    Der irakische Journalist Muntaser al Saidi hat am 14. Dezember 2008 ein schweres Verbrechen begangen. Wegen „Majestätsbeleidigung“ wurde bis in die jüngste irakische Vergangenheit mit den Tätern nicht allzu lange gefackelt und kurzer Prozess gemacht. Der 29jährige kann von Glück reden, dass er nur schwer misshandelt wurde und ihm nur 15 Jahre Kerkerhaft drohen!
    Al Saidis Waffen waren keine versteckten Sprengsätze, kein Maschinengewehr, kein Messer. Es waren seine Schuhe, die er auf der internationalen Pressekonferenz in Bagdad in Richtung George W. Bush warf, und sein Recht auf Meinungsäußerung: „Kelb“ – Hund: Was in der westlichen Kultur eine eher harmlose und lächerliche Titulierung eines Menschen ist, bedeutet im Irak jedoch höchster Ehrverlust und äußerste Erniedrigung des Gegners. Was eine Vielzahl arroganter und/oder dummer Menschen in Europa im Internet mit „nicht dem zivilisatorischen Standard entsprechend“ kommentierte und sogar „witzig“ fand, ist die verzweifelte und hilflose Tat eines Mannes, der die Meinung der übergroße Mehrheit seines Volkes in einem symbolischen mutigen Akt vor den Augen der ganzen Welt zum Ausdruck gebracht hat. Er wurde unangemessen brutal überwältigt und sitzt jetzt im strengen Sicherheitsgewahrsam, wie Tausende vor ihm unter Saddams Zeiten. Der Noch-amerikanische Präsident hätte Verve zeigen, Gnade vor Recht bewirken und damit seinen Amtsabgang mit einem Hauch Würde schmücken können. Aber auch die irakische Regierung reagierte wie echte Vasallen mit aller gewohnten Härte.
    Am 31. Dezember 2008 sollte eigentlich der Prozess gegen Al Saidi beginnen. Die Regierungen in der Welt, die internationale Presse, alle verantwortungsbewussten Menschen müssen dafür sorgen, dass dieser Mann nicht wieder einem diktatorischen Urteil zum Opfer fällt, sondern dass er Ernst genommen wird als Stimme eines Volkes, dessen Leid sich seit 2003 noch weiter potenziert hat. Und auch die Iraker, insbesondere die im Ausland lebenden, sollten sich endlich zu einer gemeinsamen Basis zusammenschließen, ein Ziel formulieren, das konsequent die Interessen ihres Volkes vertritt, und dann natürlich entsprechend handeln.
    Kontakt E-Mail friedenirak@yahoo.de
    Anja und Hassan Haddad, Leipzig


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