Das Kandidatenhearing

13/Aug/2008

Jetzt hatten wir gerade das zweite Hearing der Kandidaten, die für die Reststimmenliste der Wiener Grünen für den Nationalrat kandidieren. Gestern waren elf Kandidaten dran, heute waren wir vierzehn. Nach der kurzen Vorstellungsrunde war ich als erster an der Reihe, meine Visionen jenseits der Marktwirtschaft zu präsentieren. Ich hatte zwei Minuten Zeit:

Ich habe keine Vision jenseits der Marktwirtschaft. Ich bin dankbar und glücklich, dass ich in einer Marktwirtschaft lebe. Ich bin dankbar dafür, dass ich es mir aussuchen kann, ob ich beim Billa, beim Spar, beim Greißler oder am Brunnenmarkt einkaufen gehe.

Der Markt kann aber nur in einem Rahmen stattfinden, der ihm die Form gibt. Mir ist die mitteleuropäische Form der Marktwirtschaft sympathischer als die nordamerikanische oder südostasiatische. Ich bin ein begeisterter Anhänger der sozialen Marktwirtschaft, die wir nun endlich zu einer ökosozialen ausbauen werden.

Konkret habe ich daher folgende Vorstellung für unsere ökosoziale Marktwirtschaft:

  • Die bedingungslose Grundsicherung auf nationaler Ebene und
  • Die nachhaltige Energiewende auf internationaler Ebene.

Ich will, dass jeder Mensch in diesem Land von uns allen eine bedingungslose Grundsicherung in Höhe der Mindestpension bekommt. Jeder, vom Säugling bis zum Greis. Das ist in den nächsten fünf Jahren machbar, wir sind finanziell gar nicht mehr weit weg davon. Erst mit einer bedingungslosen Grundsicherung ist wirklich Freiheit möglich, weil es keine Ausbeutung mehr gibt.

International ist die nachhaltige Energiewende angesagt. Al Gore hat jetzt gerade in Washington den Ausstieg der USA aus den fossilen Brennstoffen innerhalb von 10 Jahren gefordert. Wenn die USA das können, dann können wir das schon lang.

Danach hatten wir uns im Verhältnis zur ÖVP zu positionieren. Die Volkspartei wurde mit einer Figur eines schwarzen Froschkönigs symbolisiert, die mitten im Raum stand. Wir hatten uns in uns passender Entfernung dazu im Raum aufzustellen. Nachdem alle anderen Kandidaten ihre Positionen erklärt hatten, war ich als letzter dran. Ich hatte mich auf einen Stuhl gesetzt, auf dem vorher noch der grüne Seniorensprecher Dieter Schrage gesessen war:

Ich habe mich auf den Sessel von Dieter Schrage gesetzt, weil mir seine Gelassenheit und sein Humor sehr imponieren. Das ist mir wichtig, gerade auch in dieser Frage. Mir ist die ÖVP wurscht. Ich bin Grüner und ich weiss, wofür wir stehen. Politik heisst auch, Verbündete zu finden. Ich will so viele Verbündete wie nur möglich. Am liebsten acht Millionen in Österreich.

Dann gabs Pause mit Buffet im Hof. Nach der Pause waren die Zuhörer mit ihren Fragen an der Reihe. Ich durfte meine Idee der bedingungslosen Grundsicherung sowie meine Grundsätze grüner Politik erläutern und hätte noch gerne etwas zum Umgang mit Tibet gesagt. Dafür war jedoch keine Zeit mehr. Zeit genug dafür gibts hier in diesem Blog.

 

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