Lieblingsfarbe: Grün

23/Jul/2008

Vorgestern erhielt ich ein Mail, in dem für den nächsten Tag eine historische Rede meines Helden Al Gore angekündigt wurde. Heute früh sah ich diese Rede auf wecansolveit.org und las mittags einen Artikel darüber in der New York Times. Al Gore spricht darin über das dreifache Problem der USA – Sicherheit, Wirtschaft und Umwelt – und die einfache Lösung: Ausstieg aus den fossilen Brennstoffen innerhalb der nächsten zehn Jahre und Umstieg auf erneuerbare Energie.

Gestern fand ich einen Brief der Grünen in meinem Postkasten. Darin enthalten war eine Einladung. Heute Vormittag, auf dem Weg zur Arbeit, beschloss ich, diese Einladung anzunehmen. Ich kandidiere für die Grünen bei der Nationalratswahl 2008.

Kandidatur 2008

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Eine Antwort to “Lieblingsfarbe: Grün”

  1. Rieger Says:

    Hochverehrter Wurm. Du kandidierst also für die Grünen zum Nationalrat (Deinen Optimismus möchte ich haben …). Du willst wissen, wie Du zu meiner Vorzugsstimme kommst? (Du wolltest es ja wissen …)

    Das ist für mich schwer in Worte zu fassen – ich probiers von hinten herum und hoffe, dass Du Dir einen Reim drauf machen kannst. In freudiger Erwartung Deines Wahlprogramms. Was kannst Du mir also bieten:

    1. Meine persönliche Stimmungslage
    Je mehr ich mich passiv mit dem politischen Geschehen befasse, desto unpolitischer werde ich. Ich finde zum Beispiel die aktuelle Weltwirtschaftslage äusserst spannend und denke mir, dass sich da im Moment ganz fundamentale Umbrüche und Konflikte aufbauen, die den europäischen Regierungen einen Tornado um die Ohren pfeifen werden, während Sie zum Beispiel gerade damit abgelenkt sind, das Internet zu überwachen oder Tierschützer zu jagen.

    Ich habe langsam den Eindruck, dass Regierungen per se im wesentlichen das meiste falsch machen (müssen) und sich darüberhinaus unter einem offensichtlich systemimmanenten Regulierungszwang in jeden Scheissdreck einmischen, der sie eigentlich nichts angeht. Alle Wirtschaftsbereiche, in die Regierungen dieser Welt am allerliebsten hineinregulieren (Energie, Nahrungsmittel, Grunderwerb), sind genau jene, wo es am verrücktesten und verdrehtesten kracht und hinten und vorne nicht mehr zusammenstimmt. Vor lauter Rudern läuft alles aus dem Ruder. Mises, Ludwig von Mises – den sollte man jetzt lesen als Politiker. Egal ob man in Wien damit beschäftigt ist, ein absolut marodes Krankenkassensystem zu Tode zu flicken, oder in Washington zwei halblustige, halbstaatliche Hypothekarfinanzierer aus dem selbstverschuldeten Sumpf zu ziehen: es ist überall das gleiche Lied. Mises! Man könnte überhaupt die ganze Weltgeschichte als einen Prozess von Unterwerfung und Aneignung lesen, in der die “modernen” Regierungen bloss die bis dato “subtilsten” Techniken entwickelt haben …

    2. Meine Desillusion
    Ein Al Gore, der sein Land dazu aufruft, binnen 10 Jahren das fossile Drama zu 100% zu beenden, der ist ein Held für mich. Bewundernswert verrückt. Aber im weissen Haus wäre er vor lauter Regulierungsdrang und -Zwang nie und nimmer zu solcher Klarheit emporgestiegen. Was willst Du im Nationalrat, Herr Wurm? Grüne Beihilfe zur Selbstaufgabe? Sollten die Grünen jemals in irgendein Regierungsbett steigen können, werden sie auch schon lange nicht mehr grün gewesen sein …

    3. Mein Christkindlwunsch
    Am liebsten wäre mir eine Regierung, die sich im Amt selbst beschneidet. Eine Regierung, die ent-regiert. Eine Regierung, die sich selbst überwindet. Mit Himbeergeschmack, bitte. Welcome to Utopia … 😉

    Kannst Du das für mich erledigen?


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