Es reicht

23/Jul/2008

Mit diesen zwei Worten hat der österreichische Vizekanzler Teil eins meines Wunsches erfüllt und das Ende der „Wurstel-Truppe“ (Spiegel-Online) besiegelt. Da er sich aber dem zweiten Teil meines Begehrens verweigerte und sich selbst zum Spitzenkandidaten der ÖVP aufstellen ließ, stehe ich gemeinsam mit allen politischen Beobachtern dieses Landes vor dem Grauen des „more of the same“. Was, bitteschön, soll sich durch Neuwahlen ändern?

Die Charakteristik der österreichischen Parteienlandschaft beinhaltet die Berührungsängste mit dem rechten Rand: Wer legt sich gerne mit einem Partner mit Mundgeruch und Achselschweiss ins Bett? Und so scheint die weitere Paralyse des politischen Systems unausweichlich. Realistische Chancen einer neuen Zusammenarbeit hat wiederum nur die so genannte große Koalition. Die einzige Möglichkeit, diesen Schrecken zu überwinden, liegt im Erstarken der Grünen. Wer auf einen kreativen und konstruktiven Wechsel in der österreichischen Politik hofft, der muss zwangsläufig die Grünen unterstützen – und sie auch wählen. Denn nur so kann die katastrophale Alternative Stillstand oder Niedertracht durchbrochen werden.

Um das zu ermöglichen, müssen sich aber auch die Grünen ändern und endlich Richtung Mitte wandern. Mit dem permanenten Einsetzen für lesbische alleinerziehende Radfahrer mit Hanfplantage und Migrationshintergrund ist auf Dauer kein Staat zu machen. Minderheitenschutz ist edel und notwendig, hat jedoch nur einen Sinn, wenn ich damit die Mehrheit anspreche. Die Grünen müssen endlich kommunizieren, dass sie sich nicht nur für die Umwelt, sondern vor allem für die Menschen einsetzen. Nichts anderes verlangt Politik.

Fundi? Realo?

Normalo.

Es reicht.

Advertisements

5 Antworten to “Es reicht”

  1. picha Says:

    wurm, gratuliere zu formulierung mit dem alleinerziehenden radfahrer, die begeistert mich. bin richtig neidig drauf. weil ich doch immer einen kontrapunkt liefern muss, will ich hier festellen, dass so viel gesudere mit der bei uns real herrschenden mischung aus frieden und wohlstand nicht wirklich harmoniert. sehen wir die politiker doch als gut bezahlte statisten, die ihren job mehr oder weniger ordentlich machen.

  2. Michaela Sburny Says:

    lesbische, alleinerziehende Radfahrer mit Hanfplantage und Migrationshintergrund hat mich einigermaßen amüsiert. Uns ist klar, dass wir unsere Zielgruppe erweitern müssen. Die Gratwanderung besteht halt darin, die für die Grünen wichtigen, sehr grundsätzlichen Positionen dabei nicht über den Haufen zu werfen.

    Liebe Grüße
    Michaela Sburny

  3. Peter Wurm Says:

    Liebe Michaela Sburny,

    vielleicht könnte man die Positionen der Grünen als respektvollen Umgang zusammenfassen: Respektvoller Umgang mit der Umwelt, mit Migranten, mit Asylanten, mit unseren Ressourcen, mit Homosexuellen, mit Frauen, mit armen Menschen, mit Minderheiten und mit alternativen Lebensformen.

    Das ist genau der Unterschied zu Westenstrache, die strukturell respektlose Politik machen.

    Wenn es gelingt, diesen respektvollen Umgang zu kommunizieren, dann müssen sich auch alle anderen (Inländer, Heteros, Autofahrer, Männer und andere
    Mehrheiten) nicht dauernd von den Grünen angegriffen fühlen. Wer sich nicht verteidigen muss, der ist auch für Grundsätze leichter zu gewinnen.

  4. Heidi Grübler Says:

    Lieber Peter Wurm,
    die Positionen der Grünen, den respektvollen Umgang mit Umwelt, Minderheiten, alternativen Lebensformen, etc. vertrittst Du auf Deiner Homepage schon sehr gut, daher werde ich Dich im Herbst wählen.
    Heidi


Comments are closed.

%d Bloggern gefällt das: