Das also ist das Paradies. Die Neunte Welle ist zu Ende und somit der Mayakalender insgesamt. Alles in Allem bin ich überrascht und begeistert, wie präzise die Prognosen des Kalenders eingetroffen sind, auch wenn ich mir selbst ein viel schnelleres Fortschreiten zum ganzheitlich erleuchteten Einheitsbewusstsein gewünscht hätte. Meine Prognose der geldlosen Gesellschaft ist darüberhinaus zumindest für mich selbst eingetreten, ich bin nämlich vollkommen pleite, obwohl ich ein halbwegs angemessenes Einkommen habe und grundsätzlich bescheiden zu leben gelernt habe.
Mich hat insgesamt gefreut, dass dieser Blog im Laufe des “Tagebuchs des Mayakalenders” zu den zehn bedeutendsten wordpress-Blogs im deutschsprachigen Raum aufgestiegen ist und sich die Zugriffszahlen wie ein erigierter Penis nach oben bewegt haben. Gleichzeitig haben mich die Statistiken über die Zugriffe auf diesen Blog an die Exponentialfunktionen der weltweiten Schulden- und Wachstumsentwicklung erinnert – und das hat mir sehr zu denken gegeben.
Ich selbst habe, wie jeder normale Mensch, vier Großeltern, zwei ehemals fanatische Nationalsozialisten und zwei ehemals fanatische Nazibräute. Mein Großvater mütterlicherseits, der spätere Obermedizinalrat Doktor Gerhard Reichelt, heiratete nach Abschluss seines Medizinstudiums seine bulgarische Studienkollegin Zwetana Deltschewa, die an den gemeinsamen Familienmittagsessen an einem Extratisch Platz zu nehmen hatte, weil sie eine “Balkaneserin” war. Mein Großvater kommentierte dies noch Jahre später mit dem Satz: “Aber schließlich war sie in der Partei.” Beide waren nach dem Krieg außergewöhnlich erfolgreiche Praktische Ärzte in Wien-Währing.
Mein Großvater väterlicherseits, der spätere Kommerzialrat Diplomkaufmann Herbert Wurm, heiratete noch während seines Welthandelsstudiums die junge Wiener Lehramtsstudentin Maria Nürnberger, und das geheim in Hallstatt, weil sie bereits ihr erstes Kind erwarteten. Gemeinsam zogen sie dann als Nebenerben der größten Lederfabrik des Landes nach Ried im Innkreis, um dort eine Lederhandlung am Hauptplatz zu eröffnen.
Mein Großvater mütterlicherseits, 1904 geboren, verbrachte den Zweiten Weltkrieg als Arzt an der Balkanfront. In der Schlacht um Belgrad galt er als vermisst, worauf die Nachricht über seinen Tod an seine Familie in Wien übermittelt wurde. Erst später stellte sich dies als eine Verwechslung heraus. Mein Großvater väterlicherseits, 1911 geboren, trat noch im Ständestaat als illegaler Nazi in die SS ein, um dort nach dem Anschluss wieder auszutreten, weil ihn die Schutzstaffel zwingen wollte, aus der römisch-katholischen Kirche auszutreten. Er wurde daraufhin an die Ostfront versetzt und erlitt im Zuge der Schlacht um Stalingrad einen lebensgefährlichen Lungendurchschuss, wodurch er noch mit einem der letzten Flugzeuge aus dem Kampfgebiet ausgeflogen wurde.
An meine beiden Großväter musste ich denken, als ich im Zuge dieses “Tagebuchs des Mayakalenders” auf diesem Blog immer mehr Zuspruch erhielt und sich meine Anhängerschaft exponentiell vergrößerte. Ein Mensch wie ich, der mit solch einem hohen Ausmaß an Intelligenz und Sensibilität gesegnet ist, würde sich im Grunde sehr gut dafür eignen, eine gesellschaftlich bedeutende Führungsposition einzunehmen, was mir im Zuge der Zustimmung zu diesem Blog auch immer mehr bewusst wurde. Und so kamen mir dabei immer wieder jene zwei Menschen in den Sinn, die mein Leben wie nichts sonst geprägt haben, nämlich Jesus von Nazareth und Adolf Hitler.
Die Qualität des Lebens eines Menschen entscheidet sich an seinem Tod. Ich selbst wollte bereits zweimal freiwillig aus diesem Leben scheiden. Ich weiß, dass mir weder Jesus von Nazareth noch Adolf Hitler geeignete Vorbilder in dieser Hinsicht sind. Beide sind auf ihre Weise grandios gescheitert. Wenn wir nun nach Abschluss des Mayakalenders den Garten Eden erreicht haben, so stellt sich die Frage, was dies für jeden Einzelnen von uns bedeutet. Für mich bedeutet es, die Ikonen Jesus und Adolf an die ihnen gebührenden Plätze in der Geschichte der Menschheit zu verweisen – Jesus von Nazareth als den größten Propheten und Adolf Hitler als den größten Verbrecher der Weltgeschichte – und mich statt dessen auf meine beiden Großväter zu besinnen: Als Mitglied des Wiener Großbürgertums eine “Balkaneserin” zu heiraten und als ehemals illegaler oberösterreichischer Nazi aus der SS wieder auszutreten.
Ihnen beiden und ihrer Widerstandskraft sei dieses Tagebuch des Mayakalenders gewidmet. Ich verneige mich in Ehrfurcht, Demut und Dankbarkeit vor meinen Ahnen. Hiermit nehme ich meine Verantwortung in ihrer Erbfolge an.
Für Gerhard Reichelt und Herbert Wurm.
29. Oktober 2011 um 00:02
Neumarkt war früher ein wichtiger Industriestandort, mittlerweile sind viele Betriebe geschlossen und abgezogen, beispielsweise wurde die berühmte “Lederfabrik Wurm” wegen eines Umweltskandals geschlossen. In Neumarkt befand sich ebenso die Hauptzentrale von “SIRIUS Camembert” (eine österreichweit bekannte Käserei mit jetzigem Sitz in der Steiermark).
Noch in Neumarkt beheimatet sind die Privatbrauerei Ritterbräu, ein Standort der weltweit tätigen Firma Hexcel Composites, die Zentrale der Firma Duswald Bau sowie die Firma Grüne Erde. Neumarkt war bis in die 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts durch mehrere Großbetriebe (Duswald Mühle, Lederfabrik Wurm, …) wirtschaftlich sehr stark industriell ausgerichtet (so ist ein Teil des Ortes, die sog. Wurmsiedlung, extra für die Arbeiterschaft dieses Betriebes errichtet worden). Vor beinahe 20 Jahren begann dann allerdings der wirtschaftliche Abstieg dieser Traditionsunternehmen.
(Wikipedia)
29. Oktober 2011 um 00:03
Ich wusste es…
Cool, dass du den Blog noch weiter führst! Vielen Dank, Peter!
29. Oktober 2011 um 00:09
Es ist sehr interessant, dass du gerade jetzt deine Ahnen heraus kramst, wo wir doch bald Samhain haben…
…werde da ein Totenfest für meine Ahnen veranstalten…
Lassen wir unsere Ahnen hinter uns stehen und uns Kraft geben!
29. Oktober 2011 um 08:35
Hat deine Frau dich erhört?
http://peterwurm.wordpress.com/2011/10/26/tag-232/
LG Andy_Mainstream
P.S. Weiterhin “Gute Reise”
29. Oktober 2011 um 09:11
Lieber Peter,
ich finde es wunderbar, dass du dir selbst deine geistige Größe bestätigst, denn nur wir selbst können und sollten uns jegliche Absolution erteilen!
Alles, alles Gute für dich!!
Doris
29. Oktober 2011 um 09:32
Ein wunderbarer Text zum 28.10.2011, dem Beginn der neuen Zeit:
http://www.zahlenphysik.at/zahlenwissen/28102011/index.html
24. Januar 2012 um 21:25
[...] Der Tag danach [...]