Dem heutigen Standard entnehme ich, dass der 20. April „der Tag des internationalen Gedenkens an den Holocaust“ ist. An diesem Tag haben diesbezüglich zwei denkwürdige Ereignisse stattgefunden, ein nationales und ein internationales. In Wien wurde der Prozess gegen den Publizisten Gerd Honsik wegen Verstoßes gegen das Verbotsgesetz aufgenommen und in Genf warf der iranische Staatspräsident Mahmud Ahmadinejad bei der UN-Menschenrechtskonferenz dem Staat Israel „Rassismus“ vor.
Gerd Honsik wird vorgehalten, die Existenz von Gaskammern im Dritten Reich zu leugnen. Solch eine Leugnung ist eher idiotisch. Man braucht von Wien nur nach Mauthausen zu fahren, dort steht eine. Ausserdem würde sich der Phürer und Reichskanzler sehr bedanken, wenn man ihm seine größte Anstrengung, nämlich die Vernichtung des Judentums, unter dem Hintern wegargumentiert.
Selbstverständlich hat der Holocaust stattgefunden, genauso wie der Dreißigjährige Krieg. „Was immer geschieht, geschieht notwendig. Nichts ist ohne Grund.“ schreibt mein Lieblingsphilosoph Arthur Schopenhauer. Dem entsprechend war auch der Holocaust notwendig, auch wenn dieser Gedanke anlässlich des wahrscheinlich massivsten Verbrechens der Menschheitsgeschichte bis heute politisch inkorrekt erscheint.
Auschwitz ist der Gradmesser jeglicher Weltanschauung. Und wie überall sonst halte ich es auch bei diesem Phänomen für angebracht, auf Moral gänzlich zu verzichten. „Auschwitz war böse.“ Na und? Moral löst auch hier überhaupt nichts. „Du darfst keine Juden vergasen.“ Lächerlich.
Solange sich ein Volk gegenüber allen Anderen als das von Gott auserwählte betrachtet, wird es immer auf Widerstand stoßen. Und so lange es noch einen einzigen Juden gibt, ist das Christentum nicht am Ziel. Und so lange Ungläubige leben, wird der Djihad geführt. Diese drei göttlichen Imperative machen den Antisemitismus zum unlösbaren Problem.
Dem aufgeklärten Humanisten bleibt als einziger Ausweg, in seiner agnostischen Loge zu sitzen und auf der Weltbühne den Monotheisten zuzuschauen, wie sie sich gegenseitig die Schädel einhauen. Ich genieße mein Leben dennoch, auch wenn Jahwe, Gott und Allah die Ihren permanent ins Verderben befehlen. Abraham sei Dank.
Tags: adolf hitler, antisemitismus, auschwitz, österreich, gaskammer, genf, gerd honsik, holocaust, iran, israel, kz, mahmud ahmadinejad, mauthausen, rassismus, shoah, un, uno, wien
21. April 2009 um 20:42
Die Juden haben der Welt mehr gegeben als jedes andere Volk dieser Erde. So gesehen sind sie für mich tatsächlich auserwählt.
22. April 2009 um 22:04
Lieber Herr Lang,
ich halte diese Aussage für gut gemeint, jedoch rassistisch.
23. April 2009 um 08:47
Natürlich! Jede Aussage, die auf Unterschiede zwischen den Völkern hinweist, ist grundsätzlich rassistisch.
24. April 2009 um 13:24
„Der Phürer privat“ – eine sehenswerte Dokumentation unter:
1.)
http://www.amazon.de/F%C3%BChrer-privat-Achim-Greser/dp/3893200355
2.)http://www.caricatura.de/Kassel/wander/altes/greser/index.htm
26. April 2009 um 22:22
Das wichtigste der zehn Gebote lautet: Du sollst nicht töten! Es enthält fast die ganze Ethik. Wie zum Beispiel Schopenhauer die Ethik formuliert, ist sie nur eine Erweiterung dieses wichtigsten Gebots. Schopenhauers Ethik ist einfach, direkt, klar. Er sagt: „Schade niemandem; sondern hilf allen, so gut Du kannst.“
Quelle:
Sir Karl Raimund Popper,
Auf der Suche nach einer besseren Welt.
1. Mai 2009 um 15:57
Lieber Herr Lang,
ich halte die zehn Ge(?)bote – im Unterschied zur einseitigen, aber ausbaufähigen Mitleidsethik Schopenhauers – für eine einzige Katastrophe.
1. Mai 2009 um 17:08
Als Katastrophe würde ich die zehn Gebote nicht bezeichnen. Außerdem deckt sich z. B. das Gebot:“Du sollst nicht töten“, doch exakt mit Schopenhauers Mitleidsethik, soweit ich diese verstanden habe.
1. Mai 2009 um 18:58
Schopenhauer formuliert – selbst als Pessimist – nicht aus der Negation heraus. Das ist der entscheidende Unterschied.
1. Mai 2009 um 22:26
Ah, ja. Danke.