Der Quantensprung

1. März 2009

Ein Wort zur Vorgeschichte:

Ich bin in den knapp vierzig Jahren meines irdischen Lebens stets an Politik interessiert gewesen: Meine erste politische Aktivität war gemeinsam mit einem Freund die Gründung eines politischen Clubs für die Jugend im Jahre 1986, mit dem wir andere Jugenliche für die Politik zu begeistern versuchten. Zeitlich fiel dies zunächst mit der Wahl Kurt Waldheims zum österreichischen Bundespräsidenten, sowie der darauf folgenden zweiten großen Koalition ab dem Jahr 1986 zusammen. Ich habe als Minderjähriger Kurt Waldheim in der „Jugend für Waldheim“ unterstützt, kurz darauf die Österreichische Volkspartei in der „Jugend für Mock.“

Im Jahr darauf wurde Kurt Waldheim zur größten politischen Enttäuschung meines Lebens, als ihm die VON IHM SELBST ins Leben gerufene Historikerkommission nachweisen konnte, dass er in Bezug auf seine Kriegsvergangenheit gelogen hatte. Anstatt selbstverständlich zurückzutreten, überlegte er damals die Entlassung der Bundesregierung unter Bundeskanzler Franz Vranitzky. Was auch immer seine Rolle im Zweiten Weltkrieg gewesen war, dieses Vorgehen habe ich ihm niemals mehr verziehen.

Ich habe auch nach meinem ersten – christlich-katholisch geprägten – minderjährigen Engagement für die ÖVP im Jahre 1986 niemals mehr Partei für die ÖVP ergriffen. Ich habe in meinem Lebens auf nationaler Ebene abwechselnd nur zwei Parteien gewählt, namentlich die Grünen und das Liberale Forum. Auf der Ebene der Persönlichkeitswahl zum österreichischen Bundespräsidenten habe ich stets mit Enthusiasmus gewählt: Zuerst Thomas Klestil 1992, danach Heide Schmidt 1998 und zuletzt Heinz Fischer 2004.

Auf Europäischer Ebene habe ich stets Grün gewählt, obwohl diese Partei (mit Ausnahme von Alexander van der Bellen, Christoph Chorherr und Monika Langthaler) entgegen meiner tiefsten Überzeugung zunächst einen Beitritt zur Europäischen Union abgelehnt hatte. Ich selbst bin glühender Anhänger der Europäischen Union und halte sie für das großartigste politische Projekt der Menschheitsgeschichte (Siehe: „Warum ich Europäer bin“ und „Ach, Europa…„)

Die jüngsten Querelen der grünen Partei um die Erstellung der Kandidatenliste zum Europaparlament haben mich völlig irritiert in einem Vakuum zurückgelassen. Das Einzige, was ich bisher wusste, war, dass ich bei der heurigen Wahl zum EU-Parlament die Grünen mit Sicherheit NICHT wählen würde, obwohl ich seit 2004 deren Parteimitglied bin und im letzten Jahr auch als Mitglied der Wiener Grünen für den Nationalrat kandidiert habe.

Doch jede Nacht ist Vorbote der Dämmerung des nächsten Tages. Und so stieß ich in der letzten Woche auf die Information, dass sich inzwischen eine gesamteuropäische Bewegung formiert hat, die unter dem Namen „Libertas“ anzutreten gewillt ist. Und alles, was ich bisher davon weiss, ist geneigt, mein Hirn, mein Herz und meinen Bauch für sich zu gewinnen. Diese Bewegung scheint für all das zu stehen, was mir wichtig ist: Die Überwindung der jahrtausendealten Grenzen der Spaltung hin zu einem wahrlich geeinten Europa.

Wer sich für diesen Quantensprung nach 5000 Jahren europäischer Politik interessiert, dem sei die folgende Website ans Herz gelegt: www.libertas.eu. Viel mehr weiss ich inzwischen auch noch nicht. Aber für’s Erste reicht das schon mal. Und so kann ich heute sagen: Ich bin dabei.

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2 Antworten zu “Der Quantensprung”

  1. rotegraefin Sagt:

    Immer da wo Menschen mit einem sehr hohen Ziel zusammenkommen menschelt es ungeheuerlich.
    So wird aus dem Menschlich allzu Menschlichem bald das Unmenschliche.

    Ich kann nur sagen, da ich aus einer untergehenden Gesellschaftsschicht komme, dass wir dem Menschen das Natürliche genommen haben. Dies gilt es erst einmal wieder zurück zu erstatten. In meinen Augen geht eine offene oder auch sehr subtile Abwertung des anderen Menschen und es anders Denkenden durch alle Gruppierungen und oft durch den einzelnen Menschen, dass wir da erst einmal unser Augenmerk darauf lenken müssen. Denn diese Abwertung macht Angst und Angst macht dumm.

  2. Domenic Sagt:

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